Garten und Landschaft, Heft 12/2005, Seite 39

Ein Institut für experimentelle Parkforschung
in Hildesheim

Der Ernst-Ehrlicher-Park in Hildesheim ist ein historischer, verschlafener Stadtpark, den die Stadt aus seinem Dornröschenschlaf wecken will. In einem vom Architekten- und Ingenieur-Verein Hildesheim und dem Kunstverein Hildesheim ausgelobten Wettbewerb waren Künstler und Landschaftsarchitekten aufgefordert worden, Vorschläge für den Umbauprozess einzureichen. Den ersten Preis erhielt der freischaffende Künstler Frank Schulze aus Hannover. Er will mit seinem Ernst-Ehrlicher-lnstitut für experimentelle Parkforschung Park und Parkbesucher zu Objekten wissenschaftlicher Studien machen.

Schulze inszeniert mit verschiedenen Aktionen den Park als offenen Ort für Experimente, Überraschungen und Geheimnisse. Nach Meinung der Jury eignet sich der Beitrag hervorragend, um neue Aufmerksamkeit für den Park herzustellen. Schulze stellt über die Webadresse www.ernst-ehrlicher-institut.de einen Bezug der Besucher zum Park her. Der Künstler will seinen Beitrag intensiv betreuen und aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben und so empirische Daten während Events sammeln und auswerten. Nach Ansicht der Jury ist es jedoch notwendig, den pseudowissenschaftlichen Charakter des Instituts konsequent zu inszenieren, damit dieser nicht zum bloßen Kalauer verkomme.

Den zweiten Preis erhielt der Medienkünstler und Landschaftsarchitekt Martin Kohler aus Hamburg. Kohler schlägt in seiner Arbeit „Komposition für 7 vegetative Stimmen” vor, natürliche Prozesse künstlerisch in Klangwelten zu übersetzen. Im Verlauf eines Jahres sollenso dem Besucher die verschiedenen Phasen vegetativen Wachstums akustisch vermittelt werden.

Die Architekten Andre Leischner und Jens Knobloch (3. Preis) verteilen Sitzelemente im Park und rücken diese im Verlauf des Projektjahres aus der Peripherie zu einer zentralen Figur zusammen.

Den vierten Platz belegten Corinna Wagner und Jürgen Schulz-Lorch mit ihrer Arbeit Kubus.

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