huckup, 30.11.2005
Der Ernst-Ehrlicher-Park wird
ein Jahr lang zum Kunst-Objekt
Der Architekten- und Ingenieur-Verein (AIV) Hildesheim und der Kunstverein Hildesheim haben gemeinsam ein Projekt aus der Taufe gehoben, um den Ernst-Ehrlicher-Park wieder deutlicher ins Bewusstsein der Hildesheimer zu rücken.
„Die Grünanlagen sind die Perlen Hildesheims. Das wird nur nicht genügend wahrgenommen”, sagt Matthias Jung, Vorsitzender des AIV. Aus dieser Erkenntnis heraus sei die Idee geboren worden, gemeinsam mit dem Kunstverein etwas zu veranstalten. Herausgekommen ist das Ernst-Ehrlicher-Park-Projekt. Im Juni dieses Jahres schrieben die beiden Vereine gemeinsam einen Wettbewerb aus. Der sah unter anderem einen einjährigen Prozess für die angedachten Parkprojekte vor. 180 Künstler, Gestalter und Architekten aus ganz Deutschland haben die Unterlagen angefordert. Immerhin 45 Arbeiten wurden eingereicht. Eine Jury wählte daraus die ihrer Meinung nach sieben besten Entwürfe aus, die anschließend zur erneuten Überarbeitung an die Kreativen zurückgingen. In der zweiten Runde wurde der Gewinner ermittelt.
„Der erste Preis war einstimmig”, berichteten jetzt die Organisatoren des Wettbewerbs. Er ging an Frank Schulze aus Hannover, der sein Konzept bereits ab Januar kommenden Jahres im Ernst-Ehrlicher-Park umsetzen wird. Der Park wird unter seiner Anleitung ein Jahr lang zum Institut. Über die Monate hinweg plant Schulze die unterschiedlichsten Ereignisse in der Grünanlage, in die sowohl die spontanen Park-Besucher als auch eingeladene Gäste mit einbezogen werden sollen. Sei es nun, in der Parklandschaft eine Hundertschaft von Gartenzwergen auszusetzen, die womöglich als „Diebesgut” in der ganzen Stadt wieder auftauchen oder 20 Spaten samt Pflanzmaterial bereitzustellen und abzuwarten, ob sich jemand erbarmt, ein Loch zu graben. Außerdem sollen Streicher im Sandkasten des Spielplatzes Musik zum Besten geben und Videokameras den Verlauf des Projektes festhalten.
Professor Christine Biehler von der Uni als Jurymitglied ist begeistert: „Das Projekt ist spitzbübisch in seiner Anlage und kommt mit einer Leichtigkeit daher, die uns alle fasziniert hat.” Ab morgen, Donnerstag, 1. Dezember, zeigen AIV und Kunstverein 27 ausgewählte Wettbewerbsbeiträge in den Räumen der Sparkasse Hildesheim in der Almsstraße 27. Darunter natürlich auch die Arbeit von Frank Schulze, die mit einer Prämie von 2000 Euro belohnt wird, Außerdem erhält Schulze 10 000 Euro für die Umsetzung seines Projekts. Die Ausstellung läuft bis zum 28. Dezember und ist während der Geschäftszeiten der Sparkasse geöffnet.
