Kehrwieder am Sonntag, 05.03.2006

Einjähriges Kunstprojekt im Ernst-Ehrlicher-Park gestartet

Überraschung: Ein Experiment im Park

(maw) Hildesheim. Es gibt sicher bessere Jahreszeiten für einen Spaziergang im Ernst-Ehrlicher-Park. Doch die kalte Jahreszeit konnte die Mitarbeiter des „Ernst-Ehrlicher-lnstituts für internationale Parkforschung” (EEI) nicht schrecken: Beharrlich standen sie am Freitag in der Hildesheimer Parkanlage zum „Anstoßen” und feierten die Eröffnung ihrer einjährigen Forschungstätigkeit. Interessierte Passanten wurden spontan auf ein Glas eingeladen und über das Projekt des Instituts informiert.

Der hochoffizielle und sperrige Titel ist mit einem Augenzwinkern gemeint: Tatsächlich handelt es sich beim EEI um ein einjähriges Projekt des hannoverschen Künstlers Frank Schulze. Er ist Gewinner des Wettbewerbs „Kunst im Ernst-Ehrlicher-Park”, der im vergangenen Jahr vom Hildesheimer Architekten- und Ingenieur-Verein (AIV) und vom Kunstverein ausgelobt wurde. Der Auftakt am Freitag zeigte bereits, in welche Richtung die Arbeit des Instituts gehen soll: In roten Buchstaben war das Wort „Anstossen” als Blickfänger auf den Rasen gepflanzt, um interessierte Passanten anzulocken. Kommunikation ist laut Schulze ein wesentlicher Bestandteil seines Projekts. „Die Nutzer sollen auf jeden Fall einbezogen werden”, erklärt er.
In was genau, bleibt noch ein Geheimnis: Zwar werden das ganze Jahr über Veranstaltungen im Park stattfinden – doch bisher wurden nur zwei genannt: Eine ominöse Schatzsuche sowie ein Cello-Konzert im Sandkasten des dortigen Spielplatzes. Die restlichen Aktionen finden ohne Ankündigung statt – so soll die Aufmerksamkeit der Besucher erhalten bleiben. Soviel lässt Schulze allerdings durchsickern: Die nächste Veranstaltung wird in zwei bis drei Wochen passieren. Ein weiteres Thema des experimentellen Projekts ist die Zeit: Wie verändert sich im Laufe des Jahres die Wahrnehmung des Nutzers für den Park? Wird er für ihn attraktiver, interessanter?

Das wollen zumindest die Organisatoren erreichen, die von der Kontinuität des Projektes angetan waren. „Das ganze Jahr über werden hier Impulse gegeben – so gibt es immer wieder einen Grund, neugierig zu sein und vorbei zu schauen”, erklärt Thomas Kaestle, Vorsitzender des Hildesheimer Kunstvereins. Außerdem habe gefallen, dass das Projekt mit wenig Material auskommt. Uwe Michel vom AIV lobt den kommunikativen Aspekt. Schließlich können Interessierte nicht nur vor Ort, sondern auch im Internet an die Arbeit des Instituts verfolgen: unter www.ernst-ehrlicher-institut.de sind Live-Aufnahmen einer Webcam vom Park zu sehen und die Besucher können Kontakt mit dem EEI aufnehmen.

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